Was kam in der Bilanzbuchhalter-Prüfung in KLR im Frühjahr 2026 dran?

Am dritten Tag der schriftlichen Bilanzbuchhalter-Prüfung – in der Situationsaufgabe 3 – kommen zwei Handlungsbereiche dran:

  • ca. 60 % Steuer (alles querbeet)

  • ca. 40 % KLR (Kosten- und Leistungsrechnung)

Und das sind genau zwei Handlungsbereiche, die sehr oft von euch in meiner großen BiBu-Umfrage vor ein paar Wochen als besondere Herausforderung angegeben wurden.

Und da ich KLR unterrichte, und hier auch ein Ebook Game of Costs geschrieben und KLR-Cheat-Code für Break-Even und Plankostenrechnung entwickelt habe, interessiert mich natürlich sehr, was hier alles dran kam.

KLR Aufgaben in der Bilanzbuchhalter Frühjahresprüfung 2026

An der Stelle vielen Dank an viele fleißige BiBu’s FJ 2026, die hier den Input direkt nach ihrer Prüfung geliefert haben, viele meiner Rückfragen beantwortet haben und möglichst genau beschrieben haben, was in den Aufgaben gefragt war! 🫶🏻

Und ich möchte es natürlich auch dir nicht vorenthalten – das waren die Themen dieser Prüfung:

✨ Aber bevor wir einsteigen, eine gute Nachricht:

Genau weil ihr KLR in der Umfrage so oft als große Herausforderung genannt habt, arbeite ich gerade an einem KLR-Videocrashkurs – speziell für Bilanzbuchhalter:innen.

Du willst einen KLR-Kurs, der wirklich auf dich eingeht? Ich entwickle ihn gerade.

Wenn du zu den Ersten gehören möchtest, die davon erfahren – und deine Bedürfnisse einbringen willst, was dir bei KLR wirklich fehlt –, dann trag dich jetzt auf die Warteliste ein und ich melde mich bei dir.

Und jetzt schauen wir uns an, was in der Frühjahresprüfung 2026 wirklich drankam. 👇

Aufgabe 5 a – „Betriebsabrechnungsbogen“:

Diese Aufgabe (bzw- Teilaufgabe 5 a) hat sehr viele BiBu-Prüflinge verwirrt, und viele haben zurückgeschrieben, dass sie so eine Aufgabe noch nicht gesehen haben.

Nach vielen Rückfragen und klärenden Dialogen mit euch kann ich folgendes Fazit ziehen:

Das, was hier in der Aufgabe a) gefragt wurde, war kein Betriebsabrechnungsbogen (BAB) , sondern eine Kostenkontrollrechnung (auch bekannt als Normalkostenrechnung), die in der Praxis aus Vereinfachungsgründen an den BAB drangehängt wird.

Genauso wie eigentlich die Ergebnisverwendungsrechnung (Gewinnvortrag, Einstellung in die Gewinnrücklagen usw.) an die Gewinn- und Verlustrechnung „drangehängt“ wird.

Und viele BiBu-Prüflinge meinen fälschlicherweise, es sei immer noch Gewinn- und Verlustrechnung, obwohl diese immer mit dem Jahresergebnis (Jahresüberschuss oder -fehlbetrag) zu Ende ist! (Vgl.  275 HGB Abs2. Nr. 17 bzw. Abs. 3 Nr. 16)

Wichtiger Unterschied: Zunächst werden aus den statistischen Werten mithilfe des Betriebsabrechnungsbogens die Normalzuschlagssätze ermittelt.
Diese dienen – gemeinsam mit den Normalgemeinkosten – als Vergleichsmaßstab für die Istkosten einer Periode in einer Nachkalkulation, die eben mit Kostenkontrollrechnung durchgeführt wird.

Denn eine Kostenkontrolle ist nur dann möglich, wenn zuvor eine Planung erfolgt ist.

Ein geeigneter Vergleichsmaßstab ergibt sich idealerweise aus einer Plankostenrechnung, da dort Kostenabweichungen differenzierter analysiert werden können. Liegt keine Plankostenrechnung vor, lassen sich Abweichungen aus den Ist-Daten lediglich mithilfe der Kostenkontrollrechnung ermitteln.

Lass uns nun den Unterschied zwischen dem Betriebsabrechnungsbogen selbst und der daran anschließenden Kostenkontrollrechnung klären!

Betriebsabrechnungsbogen

Der Betriebsabrechnungsbogen (BAB) dient dazu, Kalkulationssätze zu ermitteln, mit denen Gemeinkosten verursachungsgerecht auf Kostenstellen verteilt werden können. Hier wird 

Das ist notwendig, weil sich viele Gemeinkosten nicht direkt einem konkreten Produktstück zuordnen lassen. Es fehlt häufig ein klarer, unmittelbarer Zusammenhang zwischen Produktherstellung und tatsächlichem Ressourcenverbrauch.

Damit diese Kosten trotzdem in die Produktkalkulation (Kostenträgerstückrechnung) einfließen können, werden sie zunächst über den BAB auf die Kostenstellen verteilt.

Auf dieser Basis lassen sich anschließend Zuschlagssätze bilden, die eine sachgerechte Weiterverrechnung auf einzelne Produktstücke ermöglichen.

Die Kostenverrechnung mithilfe des Betriebsabrechnungsbogens erfolgt in 3 Schritten:

  • Schritt 1: Kostenverteilung von primären Kosten auf alle Kostenstellen

  • Schritt 2: Kostenverteilung der sekundären Kosten auf die Hauptkostenstellen (innerbetriebliche Leistungsverrechnung)

  • Schritt 3: Bildung der Kalkulationssätze (Zuschlagssätze, Maschinenstundensätze, Prozesskostensätze o. ä.).

Kostenkontrollrechnung

Die Kostenkontrollrechnung vergleicht die geplanten Kosten aus der Vorkalkulation mit den tatsächlich angefallenen Kosten aus der Nachkalkulation.

  • Normalkosten (Zuschlagssätze werden in der Vorkalkulation ermittelt): geplante, auf Durchschnittswerten basierende Kosten.
    Als Grundlage werden die tatsächlich angefallenen Einzelkosten der Abrechnungsperiode genommen und darauf die Normalzuschlagssätze angewendet, um die Normalgemeinkosten zu ermitteln.
    Besonderheit: Bei Herstellkosten (Zuschlagsgrundlage für Verwaltung und Vertrieb) arbeitet man nicht mit den Herstellkosten der Fertigung (in mancher Literatur auch die Herstellung der Erzeugung genannt) , sondern mit den Herstellkosten des Umsatzes, wo auf jeden Fall die Bestandsveränderungen zu berücksichtigen sind.
  • Istkosten (Zuschlagssätze werden in Nachkalkulation rein aus Ist-Werten ermittelt): tatsächlich entstandene Kosten, auch hier wird in der Kostenkontrollrechnung mit Herstellkosten des Umsatzes gerechnet, wo auf jeden Fall die Bestandsveränderungen zu berücksichtigen sind.

Ziel der Kostenkontrollrechnung ist es, Abweichungen in der Kalkulation sichtbar zu machen und zu bewerten.

Ergebnis der Kostenkontrollrechnung:

  • Normalkosten > Istkosten → Kostenüberdeckung (positiver Effekt auf den Gewinn)
  • Normalkosten < Istkosten → Kostenunterdeckung (negativer Effekt auf den Gewinn)

Die Kostenkontrollrechnung zeigt also, ob ein Auftrag wirtschaftlich besser oder schlechter gelaufen ist als geplant – und liefert die Grundlage, um Ursachen zu analysieren und zukünftige Kalkulationen zu verbessern.

Aufgaben zur Kostenkontrollrechnung waren vor der Verordnung 2015 gar nicht so selten.

Fun Fact: Damals wurde die Kosten- und Leistungsrechnung noch als eigenständige Prüfung mit 120 Minuten (also 2 Stunden, statt jetzt nur 1,5 Stunden) geschrieben.

Auch in der Aufgabe 7 a in der Herbstprüfung 2016 (nach der Verordnung 2015) – also bereits im bekannten Format mit drei schriftlichen Teilen und gemischten Handlungsbereichen – gab es eine punktuell ähnliche Aufgabe. Diese enthielt bereits einen Teil der Tabelle aus der aktuellen Prüfung, z. B. zur Berechnung des Istzuschlagssatzes sowie zur Ermittlung von Über- bzw. Unterdeckung.

➡️ Also, wenn dir die Kostenkontrollrechnung gerade nichts sagt, dann beschäftige dich kurz mit dem Thema und schaue dir die alten IHK-Aufgaben dazu.

Sobald die Frühjahr-Aufgaben veröffentlicht werden und ich hier genauere Aufgabenstellung und Punkteverteilung weiß, kommt natürlich hier auch eine einleuchtende Erklärung in unseren Prüfungsbesprechungen.

Aufgabe 5b – Umsatzergebnis und Betriebsergebnis

Hier zog sich die Thematik der Kostenkontrolle durch.

Auch hier geht es um unterschiedliche „Brillen“, die auf die Selbstkosten angewendet werden:

  • Umsatzerlöse abzüglich der Selbstkosten auf Basis der Normalkosten ergeben das sogenannte Umsatzergebnis.

  • Umsatzerlöse abzüglich der Selbstkosten auf Basis der Istkosten ergeben das sogenannte Betriebsergebnis.

Hinweis (nicht explizit gefragt, aber hilfreich):
Die Differenz zwischen dem Umsatzergebnis und dem Betriebsergebnis entspricht genau der Gesamtsumme der Kostenüber- bzw. Kostenunterdeckungen.

Aufgabe 6a – Herstellkosten mithilfe der mehrstufigen Divisionskalkulation

In der nächsten Aufgabe ging es um die mehrstufige Divisionskalkulation. 

Sie wird eingesetzt, wenn ein Produkt mehrere aufeinanderfolgende Produktionsstufen durchläuft. Für jede Stufe werden die Stückkosten separat ermittelt und anschließend zu den gesamten Herstellkosten pro Stück zusammengeführt.

 

Woran erkennst du die mehrstufige Divisionskalkulation in der Aufgabe?

Typische Hinweise sind:

  • mehrere Produktionsstufen (z. B. berichteten die Prüflinge für diese Aufgabe über „Montage“, „Installation“, „Qualitätssicherung“)
  • für jede Stufe sind eigene Kosten angegeben
  • zusätzlich sind Mengen je Stufe gegeben (oft unterschiedlich wegen Ausschuss oder Weiterverarbeitung)
  • gesucht sind die Selbstkosten oder Herstellkosten pro Stück

Merksatz: Sobald du siehst, dass ein Produkt Stufe für Stufe durchgerechnet wird, bist du in der mehrstufigen Divisionskalkulation.

Aufgabe 6b – Ermittlung der Lagerbestände bei mehrstufiger Divisionskalkulation

Aufgabe B war auch typisch für mehrstufige Divisionskalkulation.

Hier geht es nicht mehr nur um die Stückkosten, sondern um die Bewertung der Lagerbestände entlang der Produktionsstufen.

Worauf du bei solcher Aufgabe immer achten musst:

  • Mengenfluss sauber nachvollziehen
    → Differenzen sind Lagerbestände
  • Kosten kumulieren
    → Jeder Bestand enthält die Kosten aller bisherigen Stufen
  • Unterscheiden:
    → unfertige Erzeugnisse (nicht alle Stufen durchlaufen)
    → fertige Erzeugnisse (letzte Stufe erreicht)

Aufgabe 7 – optimales Produktionsprogramm

Grundsätzlich gehören Aufgaben zur Ermittlung des optimalen Produktionsprogramms zu den Klassikern der Kosten- und Leistungsrechnung. Sie kommen regelmäßig in Prüfungen vor und sind meist mit etwa 8–15 Punkten gewichtet.

👉 Wenn du solche Aufgaben gezielt mit echten IHK-Prüfungen nacharbeiten willst, findest du im BiBu-Prüfungshelfer eine strukturierte Sammlung originaler Prüfungsaufgaben mit klarer Themenzuordnung und Fortschritts-Tracking an einem Ort.

IHK Bilanzbuchhalter Frühjahr 2026 KLR Aufgaben – Produktionsprogramm, Divisionskalkulation und Kostenkontrolle im Betriebsabrechnungsbogen

In der Aufgabe 7 in der Bilanzbuchhalter-Prüfung Frühjahr 2026 ging es konkret um drei Teilaufgaben:
– die Erstellung eines Produktionsprogramms ohne Lieferverpflichtungen,
– die Erstellung eines Produktionsprogramms mit Lieferverpflichtungen
– und – das war neu! – die Bewertung, welche Variante aus Gewinnsicht vorteilhafter ist:
Produktionsprogramm mit Einhaltung der Lieferverpflichtungen oder Produktionsprogramm mit Bruch der Lieferverpflichtungen gegen Zahlung einer Konventionalstrafe und Nutzung der Kapazitäten für Produkte mit höherem relativem Deckungsbeitrag.

Grundsätzliches Vorgehen bei solcher Fragestellung:

Es wird geprüft, wie viel Deckungsbeitrag durch die Einhaltung der Lieferverpflichtung verloren geht – im Vergleich zur Produktion des ranghöchsten Produkts. Dieser Verlust wird mit der Konventionalstrafe verglichen.

Je nachdem, was höher ist – entgangener Deckungsbeitrag oder Konventionalstrafe – fällt auch die Entscheidung.

Du sitzt vor KLR-Aufgaben und denkst: „Ich verstehe einfach gar nichts“? Damit bist du nicht allein.

In meiner großen BiBu-Umfrage wurde eines ganz klar: KLR ist für viele das größte Problem. Aber nicht, weil du es nicht kannst, sondern weil dir bisher niemand die Logik dahinter wirklich gezeigt hat.

Genau das ist der Grund, warum ich gerade einen neuen KLR-Kurs entwickle – mit einem Aufbau, der dir die komplette Logik hinter KLR zeigt und die einzelnen Themen sinnvoll miteinander verbindet, sodass du jede Prüfungsaufgabe verstehst und strukturiert lösen kannst.

Wenn du dich jetzt auf die Warteliste einträgst, bekommst du:

✔️ als Erste:r alle Infos zum Kursstart
✔️ du kannst deine konkreten Probleme, Fragen und Perspektiven einbringen – damit der Kurs genau auf deine Prüfungssituation passt
✔️ und damit einen Kurs, der auf echten KLR-Problemen angehender Bilanzbuchhalter:innen basiert

Ich werde mit einigen von euch aus der Warteliste persönlich sprechen, um genau zu verstehen, wie ihr aktuell an KLR-Aufgaben herangeht, wo ihr ins Stocken kommt und was euch daran hindert, die Aufgaben sicher zu lösen.

Du bekommst keinen Standardkurs, sondern einen, der genau auf das zugeschnitten ist, was dir aktuell fehlt.
Du musst nicht länger vor KLR-Aufgaben sitzen und dich verloren fühlen.

👉 Trag dich jetzt unverbindlich auf die Warteliste ein und sei von Anfang an dabei.

Videocrashkurs in KLR