Was du von George Dantzig für deine Bilanzbuchhalter-Prüfung lernen kannst

Worum ging es in diesem Live?

Kurz vor der schriftlichen Prüfung ist die Aufregung groß. Das Gefühl, plötzlich nichts mehr zu wissen, kennen viele. Und gleichzeitig kursiert immer wieder der Satz:

„Die Prüfung ist so schwer, kaum jemand schafft die.“

Was passiert, wenn du diesen Satz hörst und glaubst – noch bevor du auch nur eine einzige Aufgabe aufgeschlagen hast? Genau darum ging es in diesem Live. 

  • Warum Aufregung vor der Prüfung ein gutes Zeichen ist.
  • Was ein Student in Berkeley 1939 mit deiner Prüfungsstrategie zu tun hat.
  • Und welche konkreten Learnings dir durch alle drei Prüfungstage helfen.

Lesezeit: 10 Minuten

Aufgeregt? Das ist ein gutes Zeichen.

Bevor wir zu der Geschichte kommen, möchte ich eine Sache klarstellen: Es ist vollkommen normal, aufgeregt zu sein. Wer geheiratet hat, weiß das. Auch an diesem Tag war die Aufregung groß – weil es wichtig ist. Und genau deshalb bist du aufgeregt.

Es wäre eher seltsam, wenn du schläfrig und gleichgültig in die Prüfung gehen würdest. Die Aufregung zeigt: Dir liegt etwas daran. Das ist gut.

Was hilft? Sag dir innerlich:

„Es ist normal, aufgeregt zu sein. Es ist okay, dass ich aufgeregt bin. Ich kann es trotzdem schaffen.“

Warum das Gefühl „Ich weiß gar nichts“ eigentlich ein gutes Zeichen ist

Meine Mama ist Mathematiklehrerin. Als ich noch in der Grundschule war, hat sie mir folgendes Bild erklärt:

Stell dir einen Kreis vor. Der Kreis ist das, was du weißt – dein Wissen, deine Kenntnisse. Der Umkreis drum herum ist die Grenze zu allem, was du noch nicht weißt.

Je kleiner der Kreis, desto kürzer die Grenze – und desto weniger spürst du, wie viel du eigentlich noch nicht weißt. Deshalb sind Menschen, die sehr wenig wissen, oft überzeugt, alles zu wissen.

Und je größer dein Kreis wird – je mehr du lernst – desto mehr wächst auch diese Grenze. Desto mehr bekommst du ein Gefühl dafür, wie viel du noch nicht weißt.

Dunning-Kruger-Effekt erklärt mit Kreis-Modell für die Bilanzbuchhalter Prüfung: Zusammenhang zwischen Wissen und dem Gefühl, nichts mehr zu wissen

Was meine Mama damals beschrieben hat, nennt sich heute Dunning-Kruger-Effekt. Oder wie es bei Sokrates, einem alten griechischen Philosophen, hieß: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“

Wenn du also gerade das Gefühl hast, nichts mehr zu wissen: Das ist ein gutes Zeichen. Es bedeutet, dass du tatsächlich viel gelernt hast.

Die Geschichte von George Dantzig – und was sie mit deiner Bilanzbuchhalter-Prüfung zu tun hat

Sie ist wahr – ich habe sie überprüft.

Berkeley, 1939

Ein Student kommt zu spät zum Statistikunterricht an der University of California in Berkeley. Die anderen sind schon fast fertig. Vorne an der Tafel stehen zwei Aufgaben.

Er schreibt sie ab – in der Annahme, es seien Hausaufgaben – und geht nach Hause.

Was er nicht mitbekommen hat: Der Professor hatte zu Beginn der Stunde erklärt, dass diese beiden Aufgaben zu dem Zeitpunkt als unbeweisbar und unlösbar galten. Kein Mensch hatte sie bis dahin gelöst.

Der Student wusste das nicht. Er hat einfach angefangen, die Aufgaben zu lösen. Es war anstrengend. Einige Wochen hat er daran gesessen. Manchmal verzweifelt. Aber er hat nicht aufgehört.

Und dann hat er sie gelöst – und beim Professor abgegeben.

Der Professor war fassungslos.

Dieser Student war George Bernard Dantzig. Seine Lösung wurde später zu seiner Doktorarbeit – und daraus entwickelte er den sogenannten Simplex-Algorithmus.

Was ist ein Simplex-Algorithmus?
Mit dem relativen Deckungsbeitrag können wir  in der Bilanzbuchhalter-Prüfung in KLR das optimale Produktionsprogramm berechnen – aber nur bei einem Engpass.

Dantzigs Simplex-Algorithmus macht genau das – aber für beliebig viele Engpässe gleichzeitig. Es ist heute in der Wirtschaft und in wirtschaftlichen Simulationen unverzichtbar!

Und alles begann damit, dass er einfach zu spät in den Unterricht kam.

Was das für deine Bilanzbuchhalter-Prüfung bedeutet

Dantzig hat die Aufgaben gelöst, weil er nicht wusste, dass sie als unlösbar galten. Er hatte keine Angst. Er hatte keine Erwartung, zu scheitern. Er hat einfach angefangen.

Wenn du in der Prüfung eine Aufgabe aufschlägst und denkst: „Wie soll ich das lösen?“ – dann denke an Dantzig. Und fang an.

Bitte: Alle drei Tage deiner Bilanzbuchhalter-Prüfung durchziehen
Auch wenn du am Ende von Tag 1 überzeugt bist, dass alles schief ist – zieh alle drei Tage durch.
Unser Gehirn erinnert sich stärker an das, was nicht geklappt hat. Was gut lief, verblasst schnell.

Das bedeutet: Deine Einschätzung nach einem schwierigen Prüfungstag ist meistens schlechter als die Realität.

Es kann immer sein, dass du an einer Stelle richtig gelegen hast – auch wenn du es nicht geglaubt hast.
Also: Gib dein Bestes. Jeden Tag. Das ist das Einzige, was du kontrollieren kannst. Den Rest lässt du dann geschehen.

Die wichtigsten Learnings – auch von einer Kampfjet-Pilotin

Ich empfehle jedem BiBu-Prüfling gerne das Buch von Nicola Winter: „The sky is no limit“. Sie ist Kampfjet-Pilotin und beschreibt ihren Weg durch ein Auswahlverfahren, das viele für unmöglich hielten. Einige ihrer Learnings klingen, als hätte sie die Bilanzbuchhalter-Prüfung beschrieben:

  • Talent ist Training. Du kannst fast alles lernen, wenn du bereit bist, Zeit und Energie zu investieren.
  • Disziplin bedeutet nicht mehr Druck. Sondern: deine Kräfte klug einteilen.
  • Konzentriere dich auf das, was du kontrollieren kannst. Akzeptiere, was du nicht ändern kannst.
  • Entscheidungsfindung unter Druck. Nicht in der Schrecksekunde reagieren – sondern: Situation analysieren, dann entscheiden. Wenn eine Aufgabe dich überfordert, geh zur nächsten. Hol die Kontrolle zurück. Komm dann zurück.
  • Auf dem Weg zu den Sternen darf man auch mal stolpern.

Logisch gesehen kann man in der Prüfung nicht verlieren
Das klingt provokant, ist aber so: Im schlimmsten Fall hat man den Abschluss weder vor noch nach der Prüfung. Aber emotional steht natürlich viel auf dem Spiel – weil dir das Ziel wichtig ist.
Und genau deshalb ist es so wichtig, diese Energie nicht in Angst umzuwandeln, sondern in Konzentration.

Angst wird meistens da weniger, wo Dinge zur Routine werden.

Wie machst du deine Prüfung zur Routine?

Indem du sie vorher schon einmal durchlebt hast.

Im BiBu-Bootcamp durchläufst du die komplette Prüfungssituation – mit allen drei Prüfungsteilen, eigenen Aufgaben auf IHK-Niveau und intensiven Erklärungen zu Aufgaben und zur Lösungsaufbau durch erfahrene Dozentinnen, die selbst IHK-Prüfungen korrigieren.

Und das Entscheidende:
Du wirst selbst zum Korrektor und siehst mit eigenen Augen, wofür es Punkte gibt und wo sie verloren gehen.

Das verändert deine Perspektive komplett.

Prüfungssimulation im BiBu-Bootcamp zur Vorbereitung auf die schriftliche Bilanzbuchhalter Prüfung mit Aufgaben auf IHK-Niveau

Fazit: Geh rein wie Dantzig

George Dantzig hat Aufgaben gelöst, die als unlösbar galten – weil er nicht wusste, dass sie als unlösbar galten. Er hatte keine innere Bremse.

Du kennst jetzt seinen Namen. Du kennst seine Geschichte. Und wenn du in der Prüfung vor einer Aufgabe sitzt und denkst „Wie soll ich das lösen?“ – dann denke an ihn.

Fang an. Zieh durch. Gib dein Bestes.

Ich drücke dir ganz fest die Daumen. 🍀